Fremde Menschen – nette Menschen? Teil 2

Vielleicht sollte ich die Überschrift auf ältere Herren ändern. Wie es aussieht, habe ich bei denen grade mächtig Schlag! Ok, das sollte mir jetzt zu denken geben! 🙂

Ich stehe wieder an, diesmal an der Kasse im Supermarkt. Mit Absicht habe ich mich für die ohne Stofftiere entschieden. Viel habe ich nicht dabei, nur für abends etwas Brot und Aufschnitt und für danach Schoki. Also nur 3 Teile und ich dachte ich bin auch schnell wieder raus, aber wie so oft in meinem Leben: falsch gedacht! Nach mir müssen sich ca. 10 Leute in den Laden geschlichen und sich strategisch so verteilt haben, dass sie nun alle vor mir an der Kasse stehen. Da um diese Zeit – später Nachmittag, der Feierabend-Ansturm kommt noch – eigentlich nicht viel los ist, ist natürlich auch nur eine Kasse besetzt! Pech! Ich schaue also auf die vielen Leute vor mir und versuche anhand ihrer Einkäufe abzuschätzen, wie lange ich wohl anstehen muß. Früher gab es hier im Supermarkt mal einen großen Buzzer. Damit konnten die Kunden ihren Wunsch nach einer weiteren Kasse kund tun. Wir alle können uns vorstellen, warum dieser Buzzer nach kurzer Zeit wieder entfernt wurde. Nur soviel: an mir lag es nicht! Jetzt wünsche ich mir diesen Buzzer sehnlichst zurück! Nachdem ich die Regale in beinahe-Reichweite begutachtet hatte und zu der Entscheidung gelangt war, das sie zu weit weg sind um von meiner Position aus hineinzugreifen und ich keine Lust hatte meinen Platz in der Schlange wieder aufzugeben um mich 5 Leute weiter hinten erneut anzustellen, versuche ich der Kassiererin mental eine Botschaft zu schicken. Diese Botschaft muss sich verirrt haben, denn ein Herr weiter vorne fängt an, sich lautstark zu beschweren. Die Kassiererin bleibt davon zunächst ungerührt, aber nach weiteren Minuten des Wartens bittet sie dann endlich über Lautsprecher, doch die Kasse 2 zu besetzten. Ein lautes Raunen der Erleichterung geht durch die Menge und alles stürmt in Richtung Kasse 2. Nur die Dame vor mir, sie hatte ihre Sachen schon auf dem Laufband abgelegt, und der ältere Herr hinter mir, er hat nur einen 6er Pack Bier, bleiben in der Reihe stehen. Der meckernde Herr hat es mit seinen 3 Sachen als Zweiter an die andere Kasse geschafft. Dort motzt er noch immer vor sich hin. Die Dame vor mir zahlt, während ich den Meckerer interessiert beobachte. Ist ja sonst nix los. Dann bin ich auch schon dran und als ich meine Einkäufe nach dem zahlen grade geschickt auf meiner linken Armbeuge plaziere, stupst mich der ältere Herr, der hinter mir stand, an und deutet grinsend auf den Meckerer. Dieser motzt noch immer, denn seine EC-Karte funktioniert nicht… Der Herr an meiner Kasse zahlt fröhlich sein Bier und sagt etwas wie „Erst rummotzen und dann kein Geld dabei haben!“ Läuft dann neben mir her und erzählt mir, wie sehr er sich doch über unhöfliche Menschen aufregen kann und das ja immer die am lautesten schreien, die überhaupt keinen Grund dazu haben. Prinzipiell – denke ich – hat er recht! Ich wünsche ihm noch einen schönen Abend, steige in mein Auto und bin froh, dass ich dieses Mal ausreichend Bargeld dabei hatte.

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  1. amitaf86 sagt:

    Der alte Mann hat leider recht. 🙂 Das hat mich doch auch gleich zu einem Artikel inspiriert. 🙂 Danke dir. 🙂

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