Normalerweise meide ich Filme, von denen ich weiß das ich heulen muss. Vor allem dann, wenn sie sich mit Themen beschäftigen, die nicht so schön sind. Gestern bin ich in die Falle getappt! Beim zappen bin ich auf dem Film „Beim Leben meiner Schwester“ hängen geblieben. Er lief erst ein paar Minuten und ich konnte nicht wegschalten.

Worum es geht: Ein Ehepaar, glücklich verheiratet, hat zwei Kinder. Einen Sohn, Jesse, und die jüngere Tochter Kate. Kate ist noch sehr jung als bei ihr Leukämie diagnostiziert wird. Nachdem kein Spender gefunden werden kann, entscheiden sich die Eltern Sara und Brian ein weiteres Kind, ein Spenderkind zu bekommen.

Die Geschichte wird aus der Sicht der 3 Kinder erzählt. Überwiegend von Anna, dem Spenderkind. Sie wächst mit dem Wissen auf, das es ihre Aufgabe ist, das Leben ihrer Schwester Kate zu retten. Schon als kleines Kind, Anna ist 5 Jahre alt, beginnen die Tortur. Sie muss zahlreiche Eingriffe und Operationen über sich ergehen lassen um das Leben der Schwester zu verlängern. Kate hat durch ihre Krankheit die ganze Aufmerksamkeit der Eltern. Der Bruder Jesse geht komplett unter, so dass z.B. seine lernschwache erst spät bemerkt wird. Auch die kleine Schwester Anna lebt ihr Leben sehr eingeschränkt. Sie muss schliesslich fit und gesund sein, damit an ihr die diversen Eingriffe vorgenommen werden können. Bis sie schliesslich aufbegehrt. Sie nimmt sich mit 11 Jahren einen Anwalt um zu verhindern, dass sie ihrer Schwester eine Niere spenden muss. Dieser Entschluss droht die Familie zu zerbrechen.

Auf der einen Seite verstehe ich die Mutter Sara gut. Sie tut alles um ihr krankes Kind am Leben zu halten. Kate’s ganzes Leben hat sie gekämpft, gehofft und war stark für ihre Tochter. Auf der anderen Seite Anna: Sie hat ein Recht auf ein eigenes Leben. Mit nur einer Niere wird sie selbst keine Kinder bekommen können. Sport ist nicht drin geschweige denn ein normales Teenager-Leben mit Parties und natürlich auch Alkohol – wir haben das sicher alle ganz selbstverständlich ausprobiert – werden für Anna nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich sein. Steht es ihr also zu, ihr eigenes Lebe über das Leben ihrer Schwester zu stellen? Und wer darf über das Leben dieser Kinder bestimmen? Ab welchem Alter sind Kinder überhaupt in der Lage die Tragweite und die Konsequenzen ihres Handelns zu verstehen um eigene Entscheidungen treffen zu können. Sind wir als Erwachsene in der Lage dazu? Was ist richtig und gibt es überhaupt ein falsch?

Mein Fazit: Der Film war es zu 100% Wert, dass ich heute früh mit verquollen Augen aufgewacht bin! Schaut ihn euch an, sehr sehenswert.

Wer den Film sehen möchte: am nächsten Samstag läuft er auf ProSieben. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

 

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