Normalerweise bin ich nicht viel in Museen oder Galerien unterwegs. Neulich bekamen wir  jedoch eine Einladung von der Arbeitskollegin meines Mannes. Die Bilder ihres Sohnes werden dort ebenfalls ausgestellt. Wir gingen also hin und ich war sehr gespannt auf die dort gezeigten Arbeiten. Wir kamen etwas später, die offizielle Eröffnung war schon vorbei und die Gäste hatten sich über die Räume verteilt. Ein paar waren bereits gegangen. Im ersten Raum blieben wir mittig stehen und sahen uns um. Ein in der Nähe stehendes Paar viel mir auf. Die Frau stand zu uns gewand und unterhielt sich mit dem Mann, der neben ihr stand. Während sie sprach hielt sie eine Fotokamera hoch und zuerst dachte ich, sie würde ihrem Begleiter Fotos zeigen. Dann jedoch hielt sie die Kamera auf uns und drückte ab. Ok, dachte ich mir, die fotografiert also die eintreffenden Gäste. Mein Mann und ich teilten uns auf. Ich war fasziniert von einer Bleistiftzeichnung und wollte mir diese gern näher ansehen. Neben dem Bild führten ein paar Stufen in den angrenzenden Raum. Ich stand vor diesem Bild, als sich plötzlich aus dem angrenzenden Raum die Frau mit ihrer Kamera an mich heran pirschte. Eigentlich sah ich aus den Augenwinkeln nur einen langen Arm mit einer Kamera in der Hand um die Ecke biegen und dann blitzte es auch schon. Als ich erschrocken aufblickte sah ich diese seltsame Frau mit Kamera in der Hand und Stiefeln mit Schlangen-Muster davon gehen. Jetzt fand ich das ganze doch etwas seltsam. Ich ging mit meinem Mann über den Flur in den nächsten Raum. Als wir uns umsahen erblickte ich die Schlangen-Stiefel-Frau erneut. Ich machte meinen Mann auf sie aufmerksam und erzählte ihm, dass sie mir unheimlich war. Sein Kommentar: „Du spinnst!“ Er sprach es aus und direkt im Anschluss blitze es auch schon wieder in mein Gesicht! „Die hat dich fotografiert!“ Mein Mann sah die Frau böse an. Diese war durch seinen Blick wohl etwas eingeschüchtert und murmelte nur: „Keine Angst, ihr kommt schon nicht in die Gala, ist nur für den Künstler.“ Damit verschwand sie. Wir haben uns dann noch die anderen Kunstwerke angesehen und hatten ein nettes Gespräch mit der Arbeitskollegin meines Mannes und ihrem Sohn. Die „Fotografin“ tauchte nicht mehr auf.

Ich überlege jetzt schon die ganze Zeit, ob diese „Fotos für den Künstler“ jetzt wohl als Vorlage für ein Portrait oder einen Akt dienen. Werde ich das jemals erfahren?

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