Ich werde oft gefragt woher ich komme. Diese Frage beantworte ich ehrlich: aus Norddeutschland. Mein Gegenüber bezweifelt diese Antwort meistens, denn ich sehe nicht so aus als würde ich aus Norddeutschland kommen. Ist aber so! Ein dreistes Gegenüber unterstellte mir mal: “ Nee, das kann nicht stimmen!“ und wollte dann wissen, woher ich stamme. Meine Antwort lautet immer gleich: „Norddeutschland, geboren und aufgewachsen!“ Als nächstes kommt dann die Frage nach meinen Eltern. Teilweise etwas ungehalten oder genervt. Denn ich kann ja keinesfalls eine Deutsche sein, so wie ich aussehe. Leute!

Zum einen kann ich nicht nachvollziehen, warum es so wichtig ist, zu wissen woher ich komme. Zum anderen geht es euch nichts an! Klar, in einem netten Gespräch ergibt es sich manchmal. Man erzählt sich seinen Lebensweg, dazu gehört dann auch woher man kommt, gelegentlich spricht man auch über die Eltern. Aber woher ich komme, das sagt nicht sonderlich viel über mich aus. Was mich geprägt hat, sind ganz andere Dinge. Das war ein bestimmter Lehrer an der Schule. Eine Freundin die mich seit dem Kindergarten kannte und mit der ich die ersten 15 Jahre meines Lebens eng verbunden war. Meine Großeltern und natürlich auch meine Eltern. Die Entscheidungen, die ich in meinem Leben getroffen habe und die Konsequenzen, die sich daraus ergeben haben. Dies alles hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin. Anhand des Landes, in dem ich geboren wurde – ob nun Deutschland oder ein anderes – kann man mich in eine Schublade stecken – aber ist das dann die richtige Schublade?

In der heutigen Zeit kann und sollte sich niemand mehr erlauben einen Menschen rein nach dem äußeren Erscheinungsbild, seines Namens, Religion oder Herkunft zu beurteilen. Das kann schnell daneben gehen. Lerne ich jemanden kennen, dann Frage ich nach anderen Dingen. Mich interessieren die Hobbies, welche Bücher gelesen wurden, welcher Film zuletzt im Kino angesehen wurde. Welcher Beruf wird ausgeübt und wie wird die Freizeit gestaltet? Ein Gespräch entwickelt sich und wenn das Gegenüber sympathisch ist entsteht vielleicht eine neue Freundschaft. Spätestens dann ist es sowieso egal welcher Nationalität oder Religion der neue Freund angehört!

 

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