Wenn mein Leben wie ein langer, ruhiger Fluß dahin fließt ist das zwar schön und für eine Weile genieße ich das auch. Sind wir aber mal ehrlich: das wird mit der Zeit langweilig! Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem – um es mit den Worten meiner Mutter zu sagen – mich der Hafer sticht! Dann brauche ich eine Veränderung und muss etwas „verrücktes“ tun! Irgendwas, das die Routine unterbricht. Geht euch das nicht auch manchmal so? Neulich zum Beispiel. Ich war mit einer Freundin verabredet und hatte meine neuen, total schönen High Heels noch immer nicht getragen. Da musste es dann sein. Am heller lichten Tag die High Heels angezogen, meine Garderobe war komplett den Schuhen angepasst und los ging es. Als erstes bin ich bis zu meiner Wohnungstür gekommen. Nach ein paar Proberunden durch die Wohnung dachte ich mir, es wäre zu meiner eigenen Sicherheit besser die Ballerinas als Ersatzpaar einzupacken. Gesagt getan und ich marschierte stolz – vom lauten scheppern meiner Absätze begleitet – durch das Treppenhaus bis direkt zum Auto. Hier entschied ich mich dann zum Autofahren doch lieber die Ballerinas zu tragen. Ist einfach bequemer und sehen tut es eh niemand. Als mein Ziel dann erreicht war, fanden die High Heels wieder an meine Füße und ich stolzierte zur Wohnung meiner Freundin. Blöd nur, das ich leider keinen Parkplatz direkt vor ihrem Haus bekommen hatte. So war ein kleiner Fußmarsch fällig. Auf dem Weg zur Wohnung musste ich dann feststellen, dass ich in den Schuhen weit nach vorne rutschte. Bei einem Absatz von 10 cm ist das ja eigentlich nicht weiter überraschend. Da die Schuhe aber auch noch ein Plateau von 3 cm haben, ging mir die Bodenhaftung leicht verloren und ich schlurfte mehr als das ich ging. Nebenbei bemerkt: ich habe Höhenangst und bei dieser Gelegenheit habe ich festgestellt, dass 13 cm verdammt hoch sein können! Stolz und ohne Zwischenfälle gelangte ich zum Hauseingang und mit dem Endziel – der Wohnungstür meiner Freundin – vor Augen konnte mich fast nichts mehr aufhalten. Leider auch nur fast! Auf Teppichboden schlurft es sich nämlich schwerer als auf Beton! Vorher hatte ich mir darüber auch nie Gedanken gemacht, als ich allerdings am fallen war schoss mir dieser Gedanke kurz durch den Kopf! Meinen Sturz konnte ich etwas weniger elegant abfangen und so hing ich in seltsam gebückter Haltung am Treppengeländer als meine Freundin um die Ecke sah und mich besorgt fragte ob alles in Ordnung sei. In an betracht meiner Situation brach ich in schallendes Gelächter aus und konnte mich so nicht mehr am Geländer halten was bedeutete dass ich vollends zu Boden ging! Um es kurz zu machen: die letzten Stufen nahm ich mit den Schuhen in der Hand in Angriff! Für den Rückweg schlug ich die angebotenen Flipflops aus – etwas Stolz wollte ich mir schließlich bewahren – und stolzierte mit verkrampften Zehen zurück zum Auto. Ich kam heile an, aber das Schmunzeln von dem Mann, der mir entgegen kam, sowie das hupende Auto hinter mir haben doch etwas an meinem Stolz genagt! Jetzt stehen die High Heels wieder im Schrank – vorerst! Irgendwann werde ich sicher wieder das Bedürfnis haben verrückt zu sein. Dann kommen sie wieder raus und an meine Füße, auch wenn es eigentlich eher Sitz-Schuhe sind! 🙂

High-Heels

High-Heels

 

Enhanced by Zemanta
%d Bloggern gefällt das: