Was für ein Tag!

Heute früh bin ich, wie so oft, echt nicht aus dem Bett gekommen! Als mich endlich aus dem Bett und ins Bad gequält hatte, war ich schon locker 15 Minuten zu spät dran. Zeit gut machen konnte ich, weil ich mir meine Kleidung schon am Vorabend bereit gelegt hatte. Aus gutem Grund: in meinem Terminplan standen heute zwei wichtige Termine. Zum einen hatte ich ein Bewerbungsgespräch zu führen und zum anderen war ein wichtiger Kunde im Haus. Also flott in die Klamotten gesprungen während der Kaffee in die Tasse lief, dann vor den Spiegel und ein schnelles Make-Up aufgetragen. Frühstücken, kurzer Spiegel-Check und raus aus der Wohnung.

Mit dem Auto prompt im Stau gestanden und an der U-Bahn angekommen musste ich auf Parkplatz suche gehen. Zum einen war ich spät dran und durch den Bahn Streik und das schlechte Wetter hatten sich in der Früh mehr Leute als gewöhnlich für das Auto entschieden. Also ab durch den Regen über den riesen Parkplatz in die U-Bahn. Meine U-Bahn fuhr natürlich in dem Moment ab als ich die Rolltreppe betrat! Auf die nächste musste ich 8 Minuten warten. In der Früh, vor allem wenn man spät dran ist, eine Ewigkeit! Glück hatte ich jedoch trotzdem, denn die U-Bahn die kam, fuhr auf direktem Weg zu meiner Ziel-Haltestelle. Es war also kein umsteigen notwendig. Wieder ein paar Minuten gewonnen. Aus der U-Bahn dann im Stechschritt ins Büro.

Meinen Schlüssel musste ich nicht suchen, die Tür stand weit auf. Freudig auf dem Weg zu meinem Schreibtisch stürmend tritt mir jedoch mein Chef in den Weg und teilt mir mit ich könnte auf direktem Weg in die Küche spazieren. Also nur schnell die Handtasche unter den Schreibtisch geknallt, die feuchte Jacke ausgezogen, schnell den Rechner gestartet und zurück in die Küche. Hier erwartete mich eine große Überraschung: Alle Kollegen samt der Geschäftsführung waren bereits in der Küche versammelt. Unser Agentur Meeting war in die Küche verschoben worden! Auf dem großen Küchentisch waren Platten mit Gebäck verteilt und unsere Assistentin war dabei Prosecco aus einer Magnum-Flasche auszuschenken. Eigentlich vertrage ich keinen Alkohol, da es aber noch früh am Tag war, habe ich aber mal ein Auge zugedrückt. Bis ich wieder ins Auto steigen muss vergehen noch ein paar Stunden. Das sollte also zu schaffen sein. Denkste! Nach dem ersten Anstoßen und dem zweiten Schluck – sehr lecker- merke ich schon, wie mir der Alkohol in den Kopf steigt. Noch ein paar Schlucke und ich greife zu einer großen Rosinen-Schnecke. Weißmehl saugt ja den Alkohol bekanntlich auf. Obwohl ich jedes mal wenn ich in einer solchen Situation bin fest daran glaube, weiß ich doch: es ist nur Wunschdenken! Natürlich hilft das Gebäck nicht und mit den zunehmenden kleinen Siegen, auf die die Agentur in den letzten Wochen  und Monaten zurückblicken kann, steigt mein Alkohol-Pegel höher und höher! Als neben meinen Kollegen auch ich mit Namen lobend erwähnt werde kann ich nicht mehr sagen ob mein Kopf heiß vom Prosecco oder rot vor Scham ist. Ich mag es so gar nicht im Mittelpunkt zu stehen, erst recht nicht, wenn die Kollegen auch noch fröhlich johlen. Mir reicht ein „gut gemacht“ im vorbeigehen. Mehr brauche ich nicht.

Mein Glas ist endlich leer, meine Schnecke gegessen da fällt mir mein Bewerbungsgespräch ein. Die Bewerberin ist schon im Haus und wartet im Besprechungsraum. Zum Glück muss ich dieses Gespräch nicht allein führen. Mir ist es total unangenehm, das ich keine Zeit mehr hatte mich kurz auf dieses Gespräch vorzubereiten. So kann ich nur konzentriert zuhören und meinen Kollegen die Fragen stellen lassen. Dem geht es etwas besser als mir und er meistert das Gespräch sehr suverän. Kurz nach dem Bewerbungstermin kommt unser Kunde und wieder habe ich Glück, denn ich muss nicht in den Termin. Am Vortag hatte ich mit meinen Kollegen vereinbart auf Abruf bereit zu stehen um bei Bedarf dazu zukommen. Meine Anwesenheit war nicht notwendig und ich kann relativ entspannt meinen Tagesplan abarbeiten. Nachmittags, nachdem ich meinen Arbeitsplatz zwecks technischem nachrüsten kurzzeitig wechseln musste, hatten wir dann noch Besuch von einem Roboter. Hier habe ich für unsere Social Media Kanäle Fotos und ein kurzes Video gemacht und gepostet. Später am Tag noch ein Termin mit einem Kollegen, alles ging gut über die Bühne.

Auf dem Weg nach Hause noch kleine Besorgungen gemacht und nun schnell alles für euch zusammen geschrieben um zu zeigen: Ich bin noch da! Ich hoffe, euer Tag war ebenso spannend wie meiner. In jedem Fall falle ich jetzt gleich ins Bett, weil ich total erledigt bin. Zukünftig werde ich an einem Arbeitstag auf Prosecco zum Frühstück verzichten. Ganz besonders dann, wenn wichtige Termine anstehen!

und was sagst Du dazu?